Wiedermal war ich erfolglos vor einem Büro in einer Menge von wartenden Studenten - dem Immatrikulationsbüro. Morgen soll ich wiederkommen - morgens um 0630. Außerdem, und das ist auch eigentlich das Interessante für heute: Die Uni hat angefangen! Zumindest in meiner Fakultät, wie in Spanien auch, machen hier alle Institute ihren eigenen Studienbeginn. Ich war in zwei Vorlesungen, die erste war super (Museologia), die zweite (Storia dell'arte contemporanea) war unglaublich langweilig, was eventuell damit zu tun hatte, dass ich nicht soviel verstanden habe, weil die Professoressa im immer gleichen Singsang gesprochen hat, sodass ich überhaupt keine Sinnabschnitte ausmachen konnte. Aber ich halte mich an die erste Veranstaltung, dafür gibt es auch ein spezielles Programm für studenti stranieri - das ist sehr freundlich. Im Laufe des Tages ist mir aufgefallen, dass das Studium in Italien zwar ganz anders strukturiert ist als in Deutschland, aber dass man sich als Erstsemester genauso überfordert und planlos fühlt, wie in Deutschland, weil es soviel gibt, was man machen soll und in die Hand gedrückt bekommt und herausfinden muss und nicht weiß. Es war schön, durch die Straße meiner Fakultät zu laufen und überall sind Studenten und Fahrräder (hach, ich denke ja immer noch darüber nach, mir eins zu organisieren... das wäre so praktisch und ich bräuchte keine Monatskarte für den Bus...), alles fühlt sich an, als würde ich es kennen, und ich muss nur meine Nerven zusammennehmen, um mich nicht von Dingen nerven zu lassen, die ich einfach eben so nehmen muss, zum Beispiel vier verschiedene Büros für ein und dieselbe Frage abzulaufen. Sonst ist alles herrlich studentisch und ich weiß mal wieder, was ich am Studium so mag! Wenn ich zurück bin, werde ich mich hoffentlich auch nie mehr über das Magisterprüfungsamt aufregen, denn alles wird schon werden und wird ja auch. Denn wenn was nicht klappt, kann man einfach so tun, als würde es klappen!
Sonst ist soviel passiert, dass mir gar nicht mehr alles einfällt, ich bin eigentlich nur zum Schlafen zu Hause. Am Freitag hatte ich einen herrlichen Abend mit lauter Italienern in einem Restaurant, in dem das Deutsche Institut Florenz einen deutschen Abend mit deutschem Essen organisisert hat. Ich treffe ja auch viele komische Leute, aber am Freitag war es wunderbar lustig, ich habe mich gut aufgehoben und willkommen gefühlt. Und endlich viel italienisch gesprochen, denn zu Hause geht das nicht so richtig. Am Sonnabend sind meine neuen Mitbewohnerinnen eingezogen, eine deutsche Studentin und eine amerikanische Frau, die irgendeinen Lehrkurs macht, ob die Amerikanerin bleibt, ist bisher unklar und wird es wohl auch von Tag zu Tag sein, aber alles ist sehr ruhig und gemütlich. Zur Gemütlichkeit trug der gestrige Ikea-Besuch bei, bei dem ich feststellen musste, dass die Ikea-Hotdogs in Italien überhaupt keine Ikea-Hotdogs sind, denn es gibt weder Gurken noch Zwiebeln! Trotzdem war es ein lustiger Tag.
Wenn ich gerade gar nichts zu tun habe, wie heute Vormittag zwischen zwei Veranstaltungen, genieße ich das herrliche Wetter, es ist so schön warm und sonnig, Sommer! Draußen sitzen, Eis essen (ich habe schon eine so gute Gelateria gefunden...), die Sonne genießen, lesen, lernen, viel angucken...
Gleich Risotto bei Jule.
01 Oktober 2007
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