27 September 2007

Ich wohne!

Ich bin heute angekommen. Habe die Frage, ob ich Touristin sei, mit "Nein" beantwortet, einem Italiener den Weg zum Bahnhof S.Maria Novella erklaert und vorhin nach der Besichtigung meine (!) Wohnung mit dem eigenen Schluessel (!) abgeschlossen, damit ich ab jetzt kommen und gehen kann, wie ich moechte. Ich fuehle immer wieder in meiner Hosentasche, ob der Schluessel wirklich da ist... Die Dame, die die Wohnung vermietet, ist sehr sehr nett und heisst genauso wie ich, das foerdert spontan die gegenseitige Sympathie. Sie hat mir alles erklaert und gezeigt. Ich wohne also in einer 3-Zimmer-Wohnung mit zwei Balkons in einem Palazzo storico. Die Zimmer gehen alle drei nach Sueden zur runden, gruenen und lauten Piazza raus [mein erster Gang fuehrte also gleich in die Apotheke (Oropax...)]. Meins ist das mit dem einen Balkon, der andere geht von der Kueche ab auf den Hof, der einfach traumhaft schoen und so italienisch ist. Wirklich alles, was man braucht, ist schon in der Wohnung, das Persoenliche kommt schnell dazu... Die Highlights: Natuerlich die beiden Balkone, ein Marmorspuelbecken in der Kueche (herrje, bestimmt unpraktisch, macht aber Eindruck), eine Badewanne, sehr schoener Fliesenfussboden (am Wochenende mit Jule zu Ikea... Teppich kaufen...), wunderschoene alte Moebel im Zimmer (kombiniert mit moderner Geschmackssache...). Alles ist schief geschnitten und fuer drei Leute ist viel Platz aber man verlaeuft sich gar nicht, es ist genau richtig. Mitbewohner kommen in den naechsten Tagen, am Sonnabend eine Britin.
Gestern habe ich vergessen, meine Lieblingswohnungsanzeige aus der Fakultaet zu schreiben (Orthografie original):
Angebot fur Erasmus studentin Zimmer frei zu verfugung kunst professor braucht haus-hilfe und mitarbeit in Ubersetzung und Modell-job (Modell-job handschriftlich ergaenzt) Rufen sie Bitte...an
Das hat mir ein bisschen Angst gemacht... Aber ich muss ja gar nicht mehr hoffnungslos vor Schwarzen Brettern stehen!
A propos Fakultaet: Das Erasmusbuero war so voll, dass ich wieder umgedreht bin und mich in die Liste fuer morgen eingetragen habe. Einer der im Buero Sitzenden hat nur immer wieder "è un casino, che casino" gestammelt. Dem gibt es nichts hinzuzufuegen!

26 September 2007

Erfolge

In den ersten zwei Tagen in Florenz ist alles entweder herrlich oder schrecklich... Heute klappt fast alles. Das heisst: Ich war in der Facoltà di Lettere e Filosofia und habe mir eine guida per gli studenti besorgt, also das Vorlseungsverzeichnis. Leider kann man dort keine Termine und Uhrzeiten nachlesen, diese Aushaenge habe ich durch Zufall - wie sonst - entdeckt. Am Montag geht es los, noch weiss ich nicht genau, womit, muss mir den Stundenplan erst richtig zusammenstellen. Die Fakultaet ist wunderschoen gelegen, die Uni degli Studi ist keine Campus-Uni, deshalb habe ich Glueck gehabt. Und wo sollte ich schon Kunstgeschichte studieren, wenn nicht an der Piazza Brunelleschi... Die letzte und wichtigste und wohl komplizierteste Formalitaet wird morgen der Gang zum Erasmusbuero sein. Bin gespannt, was alles fehlt.
Ausserdem habe ich am Vormittag folgende Entdeckung gemacht: In Florenz faehrt man Fahrrad. Es ist - natuerlich - lebensmuede, aber total schoen. Eine italienische Stadt ist ja schon wunderbar, aber mit dem Fahrrad in einer italienischen Stadt... Habe kein Fahrrad. Also keine Angst.
Habe ausserdem eine SIM-Karte gekauft, diesmal wollten sie keinen Pass sehen und wollten auch nicht wissen, aus welchem Teil Deutschlands ich komme, nachdem sie meine Nationalitaet gelesen haben, wie in Rom... Cecilia dachte, ich ver... sie. Nein, das habe ich erlebt. Aber es sind nicht alle so verrueckt, der TIM-Verkaeufer heute war total unkompliziert. Jetzt brauche noch ein UMTS-Handy (fuer Internet ueber Handy und Laptop), leider, denn - und hier beginnt mein Tageserfolg - die Wohnung, in die ich fast ganz sicher morgen einziehen koennte (ja, okay, noch ganz schoen viele Konjunktive...), hat kein Internet. Ich war im Kunsthistorischen Institut und im Deutschen Institut und unter dem Deutschen Institut gibt es eine, hm, was ist das, Agentur "Mi(e)twohnzentrale Florenz". Da sitzt ein sehr freundlicher Herr, der deutsch spricht, man sagt, wer man ist und was man sucht, er denkt kurz nach, sagt, was er passendes im Angebot hat und wenn man das gut findet, ruft er den Vermieter an und verabredet einen Besichtigungstermin. So auch vorhin fuer mich: Morgen also Wohnung angucken, bisher, sagt er, haben die alle genommen und ich als Deutsche haette die besten Chancen und sollte auf jeden Fall schon die Kaution oder was anderes als Pfand fuer den Schluessel mitnehmen. Irre. Ich habe aber natuerlich immer noch "Bevor Du keinen Schluessel hast, hast Du kein Zimmer, liebe Anne, verlass Dich auf niemanden" im Kopf, also keine Panik.
Ausserdem - und das erstmal als Abschluss fuer heute: Ich habe endlich Cecilia getroffen, sie ist mit mir die Institute abgelaufen und -gefahren und hat mich - welch ein grosses Glueck! - in die Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts geschleust, in die man normalerweise nur reinkommt, wenn man Doktorand oder mindestens Magistrand ist. Das Haus ist ein Traum, es reiht sich Raum an Raum und Etage auf Etage und alles ist bis zur Decke gefuellt mit Kunsthistorischer Literatur und einer Fotothek! Es ist grossartig!

22 September 2007

Hinflug

Mein Flug ist gebucht! Endlich - eine Nervosität weniger. Jetzt freue ich mich darauf, am Dienstag anzukommen!