29 April 2008
18 April 2008
Geburtstagsabend
07 April 2008
Wohnung neu, Uni alt, Bardini
Süße unbekannte Düfte sind es hier nicht gerade, doch bringt der Frühling mir so einiges Neues in Florenz: Ich bin umgezogen, habe die sehr schöne erste Wohnung zugunsten des Internetzugangs und des aktiveren italienischen Sprachgebrauchs verlassen, jetzt vermisse ich die Pasticceria gegenüber und versuche bisher ergebnislos, meinen Kleiderschrank benutzbar zu machen. Es liegt mir fern, Vorurteile zu schüren, aber Italiener putzen gerne mit literweise giftiger Chemie, so stinkt der Schrank und bald auch alles, was drin ist, also stapelt sich mein ganzes Hab und Gut auf dem Schreib- und dem Nachttisch, was beide ebenfalls unbenutzbar macht. Mit Essig (aus Deutschland, weil Balsamico- oder Weißweinessig wohl auch nicht helfen würden) und anderer Chemie wird es wohl im Schrank werden...
Die Uni ist, um das Leid gleich hinter mich zu bringen, auch nicht besser, als im ersten Semester, zwar habe ich mir die Kurse passender gewählt, aber ich gehe trotzdem kaum öfter hin. Das italienische Universitätssystem ist nichts für mich, ich bin nicht mehr ärgerlich oder traurig darüber, sondern versuche, meine Energie in die Dinge zu investieren, die es wirklich wer sind und habe damit gut zu tun. In zwei Wochen ist der ganze Spuk auch schon wieder vorbei, dann beginnt wirklich ein langer Sommer für mich. Ich genieße die ersten wirklich warmen Tage und bin so glücklich, dass Sommer wird, weil Florenz im Winter zwar schön leer und nur von Italienern bewohnt, aber trotzdem manchmal sehr frustrierend war und weil Italien einfach nur im Sommer Italien ist, wie ich es vor drei Jahren kennen und lieben gelernt habe, weil das Leben hier draußen stattfinden muss, damit es echt ist, weil man braune Haut braucht, damit man dazu gehört, weil gelato essen im Regen keinen Spaß macht.
Mein neues Zimmer liegt nur noch zwei Straßen vom Arno weg, ich kann jetzt also immer am Wasser langradeln - eine weitere Neuigkeit hier, ich habe es nach sechs Monaten doch noch zu einem Fahrrad gebracht! Es gibt unheimlich viel zu sehen, mit Miriam und Konstanze habe ich in der Woche nach Ostern selbst viel Neues gesehen und schwere Bildungslücken gefüllt, z. B. Santa Croce, San Lorenzo und die Capelle Medicee, außerdem Siena. Seit dieser Woche habe ich einen neuen Lieblingsort - die Villa Bardini, in der ich am Sonnabend mit Lisa die zweite Macchiaioli-Ausstellung gesehen habe (nach der ersten im Oktober über Cabianca, von der ich auch erzählt habe, diese perfekte Ausstellung in der perfekt passenden Villa im grandiosen Abendlicht...), wir wurden von dem gleichen Führer durch die Austellung begleitet, der mir auch schon Cabianca näher gebracht hat, ein Student, der in seiner Freizeit durch Museen führt, so sieht er wenigstens aus. Zur Villa gehört der Giardino Bardini, ein kleiner Garten mit einer herrlichen Pflanzenvielfalt hoch über Florenz mit wunderschönem Ausblick auf die Stadt und kleinen Spazierwegen. Ich fühle mich dort ein bisschen wie in einem Roman, weil es einfach so schön ist, so unwirklich fast.
14 Januar 2008
06 Dezember 2007
Madrid
Diese Figur steht vor dem Palacio Real, vier wichtige Künstler haben daran mitgearbeitet, damit sie so stehen kann, wie sie jetzt steht, ich erinnere mich, dass Galilei für die Statik zuständig war, jemand nur für das Gesicht.
Goldsworthy im Kristallpalast im Retiro ganz oben, wunderbar. Holzkonstruktionen, alles fügte sich so weich ineinander und hielt einfach (?).
Madrid
Also ich stelle fest, ich brauche mal einen langen Adventsabend, um das Programm zu lernen, so schwer kann das ja eigentlich nicht sein.
zum Prado habe ich vergessen: Übrigens ist der Prado das zweite Museum, das ich kennengelernt habe, neben dem Schloss Wilhelmshöhe in Kassel, das sich an die Tradition hält, die Wände nach der Nationalität der Künstler kräftig farbig zu streichen.
El Rastro - DER Flohmarkt der Stadt, jeden Sonntag und Feiertag die Calle de Ribera de Curtidores runter und in allen Nebenstraßen, wirklich riesig. Es gibt sehr lustige und sehr schöne und sehr überflüssige Stände. Ein Mix aus Flohmarkt und diesen Märkten, die es auch in Italien gibt, auf denen überwiegend Anziehsachen und Taschen und Sonnenbrillen verkauft werden.
Ich lach mich gerade halbtot, dieser blog, oh man... Ich will jetzt aber endlich die Bilder von Madrid zugänglich machen, das das so ein Chaos ist, tut mir leid, ich hoffe, ihr könnt meine Worte einigermaßen den Bildern zuordnen, wo auch immer sie so rumfliegen...
Jetzt also ganz oben:
Catedral de Nuestra Señora de la Almudena
Im 19. Jahrhundert begonnen und 1993 fertiggestellt, eklektischer, überwiegend neogotischer Stil. Das ist das, was man sieht und mehr ist in der Kirche selbst auch leider nicht zu erfahren, wir hätten in das schon geschlossene Museum gehen müssen. In jedem Fall war es die interessanteste und beeindruckendste weil ungewöhnlichste Kirche, die ich bisher gesehen habe, sie war einfach toll! Und wenn mir jemand einen Tipp geben kann, wo ich mehr zum Bau erfahren kann, würde ich mich sehr freuen, denn an jeder Kapelle und vor jeder Säule wollte ich gerne ein kluges Buch aufschlagen, das mir erklärt, was ich sehe. Warum zum Beispiel haben vier Langhaussäulen ornamentierte Kapitelle und alle anderen nicht? Was ist in der dazugehörigen Kapelle, das das erklären könnte? Oder wo kommen die Kapitelle her, alt sehen sie nämlich nicht aus.
Also Bilder, die man nachträglich hochlädt, springen nach oben, das habe ich schon gelernt. Nicht schön. Also für Palacio Real und so neuer Post.Madrid
also nee, so geht das nicht... meine Schriftart ist auch weg. hm, neuer Versuch:
?Warum sitzen die Bilder jetzt hier?
Vor dem Prado sitzt auf der Seite der Puerta Velázquez natürlich Diego Velázquez und vor der Eintrittskasse steht Francisco de Goya, gekleidet, wie ich es nicht vermutet hätte in Anbetracht seiner Werke, auf einem Sockel, der diese minimal repräsentiert. Vor den beiden Mayas drängelten sich dann in der Goya-Sektion auch die meisten Menschen. Es war trotz der langem Schlange vor dem Museum innen angenehm leer, erst um sechs wurde es plötzlich voll, denn ab sechs ist jeden Abend der Eintritt frei.
Amalia de Llano y Dotres, condesa de Vilches von Federico de Madrazo y Kuntz hängt über der Kasse und weist den Weg. Sie repräsentiert die Sonderausstellung „El siglo XIX en el Prado“ – das 19. Jahrhundert im Prado – durch die wir nur durchgelaufen sind, weil dieses Museum sowieso schon so groß ist, aber durch den neuen Anbau, der für solche temporären Ausstellungen gedacht ist, in diesen führt die Puerta Jerónimos, noch mehr Ausstellungsfläche gewonnen hat. Der Anbau und auch das alte Prado-Gebäude bietet reichlich Raum für museologische und vor allem museografische Studien. Ich habe mich wohlgefühlt in den Räumen, was im Museum bei mir ja meistens, aber nicht immer der Fall ist.*
Am interessantesten ist die oberste Etage des Neubaus, in diese wurde der alte Kreuzgang der angrenzenden Kirche integriert. Die Zeitschrift „PRADO“ des Prado behandelt den Neubau begleitet von fantastischen Photos und Zeichnungen in der Frühling/Sommer-Ausgabe ganz ausführlich.
* Dazu fällt mir ein, dass ich heute in den Erinnerungen von Heinz Berggruen vom westlichen Stülerbau gegenüber dem Schloss Charlottenburg gelesen habe, der seine Sammlung beherbergt: „Was mich aber am meisten fasziniert, ist die Intimität der Räume. Über drei Stockwerke verteilt, gehen diese Räume harmonisch ineinander über; der Geschlossenheit meiner Sammlung verleihen sie den Rahmen, der ihrem Charakter entspricht. Es sind Räume mit menschlichen Maßen.“ Das ist natürlich nicht mit den Räumen des Prado zu vergleichen, eben nur in so fern, dass ich das Gefühl hatte, das passt alles, ist harmonisch neben- /miteinander.
Madrid
...jetzt sieht das so aus, ich versuche mal den Rest in einem neuen Post, sonst wird das eine Pinnwand statt eine Fotoreihe... der folgende Text bezieht sich aber erstmal auf das Bild links, im Hochkant-Format.
Ein Beispiel der tausend traumhaften Häuser. Ich habe es ja schon im letzten Post geschrieben, aber es war einfach so schön, durch diese so bebauten Straßen zu bummeln.
Das eckige Objekt in der linken oberen Bildecke ist ein Teil der seltsamen weihnachtlichen Straßendekoration der Stadt, deren Vorbereitung an diesem Wochenende schon in vollem Gang und teilweise abgeschlossen war (in Florenz ist es erst an diesem ersten Adventswochenende so weit gewesen, zu meiner großen Freude). Seltsam deshalb, weil die Formen so extravagant waren, über der Plaza Mayor hängen große Gebilde, die ungefähr die Form von Buchenblättern haben, über dem Paseo del Prado rechteckige aber flache Formen und in manchen Straßen, so wie dieser auf dem Bild, riesengroße Würfel. Wir nehmen an, dass es sich dabei um die Weihnachtsdekoration handelt.22 November 2007
Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, nicht in ein Museum zu gehen, um mehr von der Stadt und von Richards Leben zu sehen, aber natuerlich habe ich das nicht durchgehalten und wir waren - was fuer ein Glueck - im Prado. Ich wusste bisher eigentlich gar nichts von der Sammlung - was fuer ein Mangel, denn sie ist so reich! "Ach nee, das haengt hier?!", habe ich bestimmt zwanzig Mal gesagt. Jetzt freue ich mich noch mehr auf die Reina Sofia beim naechsten Besuch.
Gestern Abend habe ich schon eine Vorauswahl der Fotos getroffen, aber leider muss ich noch weiter auswaehlen, damit bin ich morgen hoffentlich fertig, dann bekommt ihr was zu sehen und ich erzaehle den Rest zu Madrid zu den Bildern. Jetzt habe ich ausserdem "storia dell'arte medievale I"... Der Kurs ist uebrigens interessant, ich bin so froh!
08 November 2007
Am letzten Freitag habe ich mit Lisa San Gimignano besucht - ein Maerchen, wirklich. Ein ausfuehrlicher Reisebericht folgt in den naechsten Tagen, wenn ich in meinem neuen Toskana-Reisefuehrer darueber gelesen habe, denn ich moechte auch ein bisschen Inhalt erzaehlen und nicht nur vom Ausblick und der Schoenheit schwaermen - es gibt interessante Dinge ueber San Gimignano zu wissen. Vielleicht bekomme ich von Lisa sogar noch ein paar Fotos.
Der Toskana-Fuehrer wird mein inhaltlicher Beistand sein auf den naechsten Ausfluegen! Denn da die Uni nichts bringt, kann ich getrost wegfahren und SEHEN und davon berichten, damit ihr alle noch mehr Lust bekommt, diese wunderschoene italienische Region zu besuchen.